Administration

Das Prozessmodell für den Aspekt „Administrieren“ sollte einem Planen-Umsetzen-Überprüfen-Handeln („Plan-Do-Check-Act“) Zyklus folgen, um problemlos mit anderen Managementsystemen, bspw. aus dem Qualitätsmanagement (ISO 9000), dem Umweltmanagement (ISO 14001) oder dem Energiemanagement (ISO 50001/EN 16001), verknüpft zu werden.

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Vorschlag eines Prozessmodells für den Aspekt "Administrieren"

Im vorgeschlagenen Modell gehen Aspekte des Umweltbewusstseins sowie der sozialen Verantwortung in das Management ein. Diese werden im Planungsschritt in ökologische und soziale Kriterien überführt (bspw. Emissionen in der Luft, Energieverbrauch, Abfallwirtschaft und Arbeitsplatzergonomie). Um einen solchen Zyklus zu beginnen, sollten die verantwortlichen Personen zunächst Kriterien, die einen signifikanten Einfluss auf diese Aspekte haben, identifizieren, die dann für das weitere Vorgehen höchste Priorität haben. In diesem Zusammenhang wird es notwendig sein Messungen durchzuführen, um ausreichende und verlässliche Daten zu haben, auf denen Entscheidungen getroffen werden können. Allerdings müssen vorab der Aufwand für solche Messungen und Analysen abgeschätzt werden. Gegebenenfalls empfiehlt es sich mit Vorgaben zu starten, deren Daten und Analysen leichter bzw. günstiger zu beschaffen sind.

Im Folgenden werden Beispielmaßnahmen, die während der Implementierungs- und Ausführungsphase umgesetzt werden können, um IKT und Software mit einem geringeren ökologischen und sozialen Fußabdruck zu erhalten, aufgelistet.

Beispiele für Maßnahmen am Arbeitsplatz

  • Konfiguration des Energiemanagements des Computers.
  • Nutzung von ausschaltbaren Steckerleisten, um Energieverluste von Geräten (wie Computer, Monitoren, Druckern) im Standby zu vermeiden. Es ist darauf zu achten, dass die Schalter der Steckerleisten leicht für die Mitarbeiter zu erreichen sind.
  • Nutzung von Tastaturen mit Tasten, die ein direktes Einschalten des Energiesparmodus des Computers ermöglichen und beim Verlassen des Raumes betätigt werden können.
  • Automatisches Herunterfahren von Computern nach der regulären Arbeitszeit.
  • Einsatz von Computern, die auf den individuellen Bedarf je nach Art der Nutzung abgestimmt sind (bspw. Mini Computer, Serverbasierte Computer und Thin Clients)
  • Nutzung von Bauteilen, die den aktuellen Anforderungen der Energieeffizienz und des Recyclings entsprechen.
  • Bemühungen zur Erhöhung der Aufmerksamkeit für den Stromverbrauch durch IKT von Seiten der Mitarbeiter inklusive entsprechender Schulungen, bspw. zum korrekten Einsatz des Energiesparmodus.

Beispiele für Maßnahmen im Rechenzentrum

  • Kontinuierliche Messungen und Monitoring der Nutzungsweise und des Energieverbrauchs der IKT Ausstattung.
  • Umsetzung von Virtualisierungsmaßnahmen bei Servern mit einer nur geringen Auslastung, um eine höhere Energieeffizienz zu erzielen, indem weniger Server mit höheren Auslastungsraten genutzt werden.
  • Betrieb von Servern bei einer Temperatur von 28°C (ca. 301K bzw. 82°F) an Stelle von niedrigeren Temperaturen, die einen höheren Energieverbrauch zur Folge haben.
  • Einsatz von hocheffizienter unterbrechungsfreier Stromversorgung.

Die resultierenden Pläne werden dann in der darauf folgenden Phase „Implementierung und Betrieb“ umgesetzt. Zudem ist es wichtig den Nutzer einzubeziehen. Dies kann z. B. in Form von Schulungen und der Bereitstellung von Informationen geschehen mit dem Ziel, bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Anschließend, in der Überprüfungsphase, sind Monitoring und Messungen notwendig, um zu überprüfen, ob die festgelegten Kriterien erreicht werden oder nicht. Falls notwendig, müssen korrigierende oder vorbeugende Maßnahmen eingeleitet werden.